Ureaplasma urealyticum – was steckt hinter der Geschlechtskrankheit?

Bei Ureaplasmen handelt es sich um Bakterien, die sich nach der Übertragung beim Geschlechtsverkehr im unteren Trakt der Genitalien ansiedeln. Sie können verschiedene Probleme verursachen, beispielsweise die Auslösung von Entzündungen und bei Frauen kann es die Schwangerschaft negativ beeinflussen. Nachfolgend erfährst du alles Wissenswerte rund um Ureaplasma urealyticum: die genauen Ursachen, Symptome, Möglichkeiten der Behandlung und wie die Erkrankung vermieden werden kann.

Was bedeutet die Ureaplasma urealyticum Infektion genau?

Ureaplasmen sind kleinste Bakterien, die sich eigenständig vermehren und im Uro-Genitaltrakt vorkommen. Hier können sie unter gewissen Umständen verschiedene Krankheiten verursachen. Bei anderen wiederum bleibt die Erkrankung unentdeckt, da sie keine Probleme macht. Die Ureaplasma urealyticum Infektion ist eine häufig auftretende, hoch ansteckende sexuell übertragbare Erkrankung. Sie wird durch das Bakterium Ureaplasma urealyticum verursacht, welches zur Familie der Mykoplasmen gehört. Es handelt sich dabei um ein nur 0,1 bis 0,6 Mikrometer großes Bakterium, das eine RNS und eine DNS besitzt. Es hat keine feste Zellwand und ist in der Lage, sich außerhalb der Zellen zu vermehren.

Wie erfolgt die Übertragung von Ureaplasma urealyticum?

Die Ansteckung erfolgt meist durch einen ungeschützten Geschlechtsverkehr. Dies verdeutlicht, wie wichtig es ist, mit Kondomen vorzubeugen, um die Erkrankung und auch die anderen sexuell übertragbaren Geschlechtskrankheiten zu vermeiden. Daneben sind jedoch auch andere Ansteckungswege möglich, zum Beispiel über den Speichel, das Blut (Bluttransfusionen oder unreine Nadeln), offene Wunden und in seltenen Fällen sogar über die Atmung bzw. über die Luft. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn ein Infizierter einem Gesunden in das Gesicht hustet. Über den Kontakt mit Augen- oder Nasensekreten einer infizierten Person ist die Übertragung ebenfalls möglich. Die Infektion kann bei Männern und Frauen gleichermaßen vorkommen. Laut Schätzungen infizieren sich rund 70 Prozent der sexuell aktiven Frauen und Männer mindestens einmal im Leben damit.

Welche Symptome verursacht Ureaplasma urealyticum?

Die Ureaplasma-Infektion verursacht häufig keine Symptome. Dies gilt vor allem bei einer geringen Besiedelung mit den Bakterien. Das führt dazu, dass die Infektion in vielen Fällen lange unbemerkt und demzufolge auch unbehandelt bleibt. Vor allem bei Frauen ist dies oft der Fall. Falls doch Symptome auftreten, sind es meistens Rötungen sowie Entzündungen im Genitalbereich, Unterleibsschmerzen, Schmerzen beim Urinieren und ein ungewöhnlicher Ausfluss.

Welche Folgen kann Ureaplasma urealyticum beim Mann haben?

Eine unbehandelte Ureaplasma urealyticum Infektion kann bei Männern zur Harnröhrenentzündung führen. Dies macht sich beispielsweise durch einen häufigen und starken Harndrang, Schmerzen im Unterleib, einen weißen, gelben oder grünen Ausfluss sowie durch ein Jucken und Brennen der Harnröhre bemerkbar. Die Harnröhrenentzündung kann sich auf die Blase, Prostata, Hoden und auf die Nieren ausbreiten und schlimmstenfalls zu einer Unfruchtbarkeit führen.

Die Folgen von Ureaplasma urealyticum bei der Frau

Bleibt die Infektion bei den Frauen unbehandelt, kann dies zur Genitaltraktinfektion führen, da die Bakterien den unteren Genitaltrakt besiedeln. Die Ureaplasmen können Entzündungen der Gebärmutter und des Gebärmutterhalses, der Eierstöcke und Scheide hervorrufen. Dies ist häufig bei einer gestörten Schleimhaut der Vagina oder einem geschwächten Immunsystem der Fall. Dann vermehren sich die Bakterien. Diese Entzündungen machen sich durch Juckreiz und Brennen im Scheidenbereich sowie durch einen gelben bis grünen Ausfluss bemerkbar. Bei Frauen ist im schlimmsten Fall eine Unfruchtbarkeit möglich.

Ureaplasma urealyticum während der Schwangerschaft

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Ureaplasmen können sich auch auf die Schwangerschaft negativ auswirken. Bei schwangeren Frauen kann es zu Komplikationen wie vorzeitigen Wehen, einer Früh- oder sogar Totgeburt kommen. Ein vorzeitiger Sprung der Blase soll ebenfalls in Verbindung mit Ureaplasmen stehen. Die Mykoplasmen werden bei mehr als 50 Prozent der infizierten Frauen während der Schwangerschaft oder Geburt an das Baby weitergegeben. Bei den Frühgeburten sind es sogar rund 80 Prozent der Babys, die mit den Ureaplasmen-Bakterien infiziert sind. Bereits im Mutterleib können sich die Babys mit Ureaplasmen anstecken. Die hohe Rate bei den Frühgeborenen könnte ein weiteres Indiz für einen Zusammenhang zwischen den Ureaplasmen und einer Frühgeburt sein.

Die Folgen auf das geborene Baby

Im weiteren Verlauf kann dieses an Untergewicht, Atemwegs- oder Hirnhautinfektionen leiden. Bei den Babys, die mit den Bakterien in Kontakt gekommen sind, lassen sich diese oftmals ebenso in der Lunge nachweisen. Die betroffenen Kinder sind anfälliger dafür, eine Lungenentzündung oder Gehirnhautentzündung zu entwickeln. Frühchen sind hier wieder besonders gefährdet. Dies alles zeigt, wie wichtig es ist, Ureaplasma urealyticum während der Schwangerschaft entsprechend zu behandeln. Nach der Diagnose geschieht dies häufig mit einem Antibiotikum.

Wie erfolgt die Therapie von Ureaplasma urealyticum?

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Die Behandlung der Infektion erfolgt, genau wie bei schwangeren Frauen, mit speziellen Antibiotika. Diese sollen den ursächlichen Erreger abtöten. Zum Einsatz kommen meistens das Antibiotikum Doxycyclin und Azithromycin. Schwangere, die Doxycyclin nicht einnehmen dürfen, können Erythromyzin erhalten. Das Antibiotikum muss je nach Stärke und Ausmaß der Ureaplasma-Infektion mindestens eine Woche lang und gegebenenfalls auch einen Monat lang eingenommen werden. Falls die Infektion nach einer siebentägigen Behandlung mit Antibiotika nicht gänzlich verschwunden ist oder sie nach Behandlungsende zurückkehrt, muss die Therapie mit Antibiotika stets länger fortgeführt werden. Wichtig ist auch eine Mitbehandlung des Partners, um zu vermeiden, dass beim Geschlechtsverkehr erneute gegenseitige Ansteckungen mit dem Erreger erfolgen.

Prognose

Die Prognose ist im Allgemeinen gut. Eine Infektion, die aufgrund der ausbleibenden Symptome lange unbemerkt und somit unbehandelt bleibt, kann allerdings zu ernsthaften Komplikationen oder Spätfolgen führen. Dazu gehören neben der bereits erwähnten Unfruchtbarkeit und der Früh- und Totgeburt eine bakterielle Scheideninfektion, Meningitis, Lungenentzündung sowie Schädigung der Nerven, Muskeln und Gelenke.

Fazit

Dies waren die wichtigsten Informationen zu den Ursachen, Symptomen, der Behandlung und Vorbeugung von Ureaplasma urealyticum. Die Therapie erfolgt gewöhnlich mit Antibiotika, die den Erreger Ureaplasma urealyticum abtöten. Damit es gar nicht erst so weit kommt, ist eine Vorbeugung mit Kondomen sinnvoll. Diese verhindern gleichzeitig auch andere sexuell übertragbare Krankheiten.

      Kondom-Guru