Chlamydien – eine der häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen

Die Chlamydien Infektion gehört weltweit zu den am häufigsten auftretenden sexuell übertragbaren Infektionen. Die Erkrankung wird durch Bakterien verursacht, wobei insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene davon betroffen sind.

Chlamydien – die Ursachen

Bei der Chlamydien-Infektion, der Geschlechtskrankheit, kommt es zur Entzündung der Harnwege und der Geschlechtsorgane. Zur Übertragung kann es auf verschiedenen Wegen kommen. Vor allem beim ungeschützten Geschlechtsverkehr werden Chlamydien übertragen, natürlich wenn der Sexualpartner infiziert ist. Das Risiko einer Infektion ist daher vor allem bei Menschen, die häufig wechselnde Sexualpartner haben und beim Sex kein Kondom verwenden, besonders hoch. Die Übertragung der Körperflüssigkeiten oder auch der Kontakt mit den infizierten Schleimhäuten kann dazu führen, dass die Krankheit weitergegeben wird. Bei ungefähr 50 Prozent der betroffenen Männer verläuft die Chlamydien-Infektion ohne Symptome, obwohl sich die Erreger im Körper befinden und eine Behandlung erforderlich machen. Die Inkubationszeit (Zeit zwischen Erstkontakt bis zum Auftreten der Symptome) beträgt bei einer Erstinfektion eine bis drei Wochen.

Die möglichen Übertragungswege der Chlamydien

  • Kontakt mit den infizierten Schleimhäuten wie Harnröhre, Scheide oder Rektum (hohes Risiko)
  • Kontakt mit den infektiösen Körperflüssigkeiten, beispielsweise Urin, Sperma oder Vaginalsekret
  • Oralverkehr: Kontakt der Mundschleimhaut

Zu den Hauptübertragungswegen der Chlamydien gehören damit:

  • Ein ungeschützter Anal- oder Vaginalverkehr
  • Oralverkehr
  • Die gemeinsame Benutzung von Sexspielzeugen ohne Kondom

Eine infizierte, schwangere Frau kann die Chlamydien-Infektion während der Geburt sogar auf ihr neugeborenes Baby übertragen.

Mögliche Symptome, die für Chlamydien sprechen

Eine Chlamydien-Infektion löst oftmals keine oder lediglich leichte Krankheitszeichen aus. Daher merken viele Menschen nichts von der Ansteckung, sodass die Erkrankung unbehandelt bleibt und sich weiter ausbreiten kann. Aufgrund der fehlenden Behandlung kann es zu gravierenden Spätfolgen wie schwere Entzündungen oder sogar eine Unfruchtbarkeit kommen. Es gibt jedoch auch verschiedene Anzeichen, die auf eine Chlamydien-Infektion hinweisen, beispielsweise:

  • Wässrig bis eitriger Ausfluss, zum Beispiel aus der Scheide, dem Penis oder Po
  • Schmerzen, Brennen oder Jucken beim Wasserlassen
  • Zwischenblutungen oder Ausfluss im Genitalbereich bei der Frau
  • Entzündung der Harnröhre beim Mann, die oftmals zu einem starken Harndrang und Schmerzen in der Harnröhre führt
  • Schmerzen beim Vaginalsex oder Analsex
  • Zwischenblutungen

Ungefähr 80 Prozent der mit Chlamydien infizierten Frauen und rund 50 Prozent der erkrankten Männer weisen keine Beschwerden auf. Das Risiko ist, dass diese unerkannten Infektionen leicht zu weiteren Ansteckungen führen.

Die Folgen einer unbehandelten Infektion mit Chlamydien

Bei den Frauen kann die Chlamydien-Infektion vor allem eitrige Entzündungen der Gebärmutterschleimhaut, Eierstöcke und Eileiter zur Folge haben. Dies kann mit Fieber, starken Bauchschmerzen und Durchfall einhergehen. Bleibt die Infektion unbehandelt, kann aus der Entzündung eine Verklebung und Vernarbung der Eileiter werden. Dies verbirgt die Gefahr einer Unfruchtbarkeit oder ein hohes Risiko für eine Eileiter-Schwangerschaft. Schwangere infizierte Frauen erleiden häufiger einen vorzeitigen Sprung der Fruchtblase oder eine Früh- bzw. Fehlgeburt. Zudem kann das neugeborene Kind während der Geburt mit den Chlamydien angesteckt werden. Dies kann beim Baby zur Bindehaut- oder Lungenentzündung führen. Beim Mann kann eine unbehandelte Chlamydien-Infektion zur Entzündung der Prostata, der Samenleiter und Nebenhoden führen. Die Entzündungen können ebenfalls bei den Männern in einer Unfruchtbarkeit enden.

Der Krankheitsverlauf

Eine Chlamydien-Infektion der Schleimhäute, beispielsweise der Scheide, Harnröhre und des Darms heilen gewöhnlich nicht von selber aus. Die Symptome gehen zwar nach einiger Zeit zurück oder verschwinden komplett, die Infektion jedoch verbleibt im Körper. Auf Dauer kann dies die Gesundheit erheblich schädigen. Zur Behandlung einer Chlamydien-Infektion steht ein wirksames Antibiotkum zur Verfügung. Damit kann die Erkrankung geheilt und Folgeschäden vermieden werden. Eine Behandlung ist sehr wichtig, denn die Chlamydien-Infektion erhöht auch die Gefahr einer HIV-Infektion. Männer und Frauen, die mit Chlamydien infiziert sind, können sich auch leichter mit HIV anstecken, da die Schleimhäute aufgrund der Entzündung für die HI-Viren durchlässiger werden und die Immunzellen in das Entzündungsgebiet einwandern.

Die Behandlung der Chlamydien-Infektion

Wurde durch einen speziellen Test eine Infektion mit Chlamydien bestätigt, erfolgt eine Behandlung der Infektion mit Antibiotika. Zur Sicherheit sollte auch der Partner, mit dem ein ungeschützter Geschlechtsverkehr erfolgt ist, auf die Chlamydien-Infektion getestet werden. Meist wird dieser ebenfalls behandelt, da es sonst möglich ist, dass der Betroffene die Erkrankung gerade auskuriert hat und sich anschließend erneut beim Partner ansteckt.

Die Chlamydien-Infektion vorbeugen

Nicht immer kann eine Chlamydien-Infektion vermieden werden, denn vor allem Schmierinfektionen sind schwierig nachzuvollziehen. Die Hygiene beim Toilettengang ist sehr entscheidend. Der Kontakt mit den öffentlichen Toilettenbrillen sollte unbedingt vermieden werden, wenn diese nicht vorher desinfiziert wurden. Nach der Benutzung des WCs ist es wichtig, sich die Hände gründlich mit Seife und warmen Wasser zu waschen. Beim Geschlechtsverkehr ist es unbedingt empfehlenswert, stets Kondome zu verwenden, um sich effektiv vor einer Infektion mit Chlamydien zu schützen. Dies gilt vor allem bei wechselnden Sexualpartnern. Auch bei Analverkehr ist es ratsam, sich mit einem Kondom zu schützen, da sich auch hier die Bakterien ausbreiten können. Frauen sollten stets von den Vorsorgeuntersuchungen Gebrauch machen, was insbesondere für schwangere Frauen gilt.

Fazit

Dies waren die Informationen rum um die Erkrankung. Bei den ersten Anzeichen, die auf eine Chlamydien-Infektion hinweisen, sollte ein Arzt aufgesucht werden, damit so früh wie möglich eine Behandlung erfolgen kann und vor allem Spätfolgen vermieden werden. Chlamydien sind zwar weit verbreitet, können jedoch leicht behandelt werden. Die Antibiotika-Mittel schlagen schnell an. Die Symptome klingen schon nach einer kurzen Zeit ab. Wie es bei allen sexuell übertragbaren Erkrankungen der Fall ist, stellt das Kondom die einzig wirksame Möglichkeit dar, sich vor der Chlamydien-Infektion zu schützen. Kondome sind grundsätzlich unverzichtbar, denn sie schützen nicht nur vor einer unerwünschten Schwangerschaft, sondern auch vor den verschiedenen Geschlechtskrankheiten.

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