Bakterielle Vaginose – die bakterielle Scheideninfektion

Ausfluss, Juckreiz, unangenehmer fischartiger Geruch und Schmerzen beim Sex, dies sind die Anzeichen dafür, dass eine bakterielle Vaginose vorliegen könnte. Ein Ungleichgewicht der Scheidenflora ist die Ursache der Erkrankung. Bestimmte Bakterien können sich dadurch vermehren. Was ist weiterhin typisch für die bakterielle Vaginose, wie wird sie richtig behandelt, ist sie ansteckend, dies alles wird nachfolgend erläutert.

Was bedeutet bakterielle Vaginose?

Die bakterielle Vaginose ist die am häufigsten auftretende bakterielle Scheideninfektion, von der hauptsächlich Frauen im Alter zwischen 15 bis 45 Jahren betroffen sind. Die gesunde Scheidenflora gerät aus dem Gleichgewicht. Das Scheidenmilieu ist aufgrund der verstärkten Besiedlung des so genannten Bakteriums Gardnerella vaginalis und anderer Mykoplasmen sowie anaerober Keime krankhaft verändert. Die bakterielle Vaginose gilt einerseits als ästhetisches Problem, aber andererseits erhöht sie gleichzeitig auch ganz erheblich das Risiko für weitere gynäkologische Infektionen, beispielsweise die Zervizitis (entzündete Schleimhaut des Gebärmutterhalses), Salpingitis (Eileiterentzündung) oder Vulvitis (Entzündung äußerer Schamteile). Die bakterielle Vaginose wird zudem als mögliche Ursache für eine Frühgeburt angesehen.

Welche Funktion hat die Scheidenflora?

Die Vagina schützt im gesunden Zustand, also bei einer natürlichen Zusammensetzung der Scheidenflora, vor krankmachenden Infektionen. Die schädlichen Keime können dadurch nicht eindringen. Zudem verhindert ein niedriger pH-Wert, dass die schädlichen Keime wachsen können. Wenn sich das Gleichgewicht der Vaginalflora allerdings verschiebt, geht die schützende Funktion verloren. Die Erreger, die zuvor nur in einer geringen Zahl vorkommen, können sich nun in aller Ruhe ausbreiten und zur Scheidenentzündung führen. Bei einer bakteriellen Vaginose vermehren sich dann verschiedene Anaerobier, vor allem das Bakterium Gardnerella vaginalis.

Wer ist von der bakteriellen Vaginose vorwiegend betroffen?

Wie bereits erwähnt, erkranken überwiegend Frauen zwischen 15 und 45 daran. Laut Studien ist das Risiko der bakteriellen Vaginose auch von der ethnischen Herkunft abhängig. Bei Frauen mit einer schwarzen Hautfarbe wie Afroamerikanerinnen kommt die Erkrankung im Vergleich zu weißen Frauen etwa 2,5 Mal häufiger vor. Der Grund hierfür sind beispielsweise die verschiedenen Laktobazillus-Arten, die je nach der Herkunft in einer unterschiedlichen Anzahl vorkommen und somit einen anderen pH-Wert erzeugen. Bei Frauen, die wegen einer sexuell übertragbaren Erkrankung behandelt werden, liegt die Häufigkeit der bakteriellen Vaginose bei mehr als 30 Prozent.

Weitere Risikofaktoren, an einer bakteriellen Vaginose zu erkranken

Laut Untersuchungen kann psychischer Stress das Risiko verdoppeln. Eine mangelhafte oder übertriebene Genitalhygiene beeinflusst die Scheidenflora ebenfalls nachteilig und begünstigen somit die bakterielle Scheideninfektion. Weitere Risikofaktoren sind Schwangerschaften, bei denen die Mütter unter einem Vitamin-D-Mangel leiden, Veränderungen des Abwehrsystems sowie die Einnahme verschiedener Medikamente wie Antibiotika, die das natürliche Scheidenmilieu verändern. Antibiotika sind dafür bekannt, dass sie auch die „guten“ Bakterien der Vaginalflora hemmen. Unsaubere Fremdkörper wie Sexspielzeuge haben eine ähnliche negative Wirkung. Sex spielt ebenso eine wichtige Rolle bei der Übertragung. Das Risiko steigt durch häufig wechselnde Sexpartner, aber natürlich auch durch ungeschützten Geschlechtsverkehr. Daher ist es empfehlenswert, Kondome zu verwenden, um sich zu schützen.

Welche Symptome treten bei der bakteriellen Vaginose auf?

Eine bakterielle Infektion ist keine Pilzinfektion, auch wenn sich manche Symptome ähneln mögen. Andere hingegen unterscheiden sich stark. Viele Patientinnen klagen über einen grau-weißen homogenen Ausfluss. Dieser kann schaumig oder dünnflüssig sein. Hinzu kommt ein unangenehmer, meistens fischiger Geruch. Der erhöhte pH-Wert der Scheide liegt bei über 4,5 bis 5,2. Die schützende Funktion der Scheidenflora (eigentlich pH 3,8 bis 4,4) verringert sich dadurch. Im äußeren Bereich der Scheide können auch Juckreiz und Hautreizungen auftreten und teilweise bestehen Schmerzen beim Sex oder beim Wasserlassen.

Wie wird die bakterielle Vaginose behandelt?

Die Therapie erfolgt mit Antibiotika lokal. Die Behandlung kann als Zäpfchen oder in der Form einer Vaginaltablette verabreicht werden. Mit den beiden Wirkstoffen Clindamicyn oder Metronidazol können ausgezeichnete Behandlungserfolge erzielt werden. Eine alternative, lokale Behandlung besteht in der Anwendung milchsäurehaltiger Vaginalzäpfchen, um das Gleichgewicht der Vaginalflora wiederherzustellen. Es ist jedoch auch möglich, ein Mittel oral einzunehmen. Die Einstellung der Medikamente und der Dosis wird vom Arzt bzw. dem Gynäkologen vorgenommen. Vor allem Frauen, die immer wieder mit einem Befall zu kämpfen haben, sollten neben der Behandlung auch Kondome verwenden. Wenn die Erkrankung rechtzeitig behandelt wird, können Komplikationen vermieden werden. Eine Behandlung ist insbesondere in der Schwangerschaft sehr wichtig, da das Risiko besteht, dass die bakterielle Vaginose eine Frühgeburt und sogar eine Blutvergiftung beim Neugeborenen verursachen kann. Da für die Erkrankung oftmals die Gardnerella-Bakterien verantwortlich sind, die auf den Sexualpartner ebenfalls übertragen werden können, ist es ratsam, den Partner auch mit in die Behandlung einzuschließen. Beim Mann treten durch den Bakterienbefall meistens zwar keine Beschwerden auf, sie können jedoch zur Neuinfizierung der Frau führen.

Bakterielle Vaginose vorbeugen

Neben der Verwendung von Kondomen können weitere Maßnahmen die Wahrscheinlichkeit einer Vaginose verringern. So sollte beispielsweise eine übertriebene Vaginalhygiene vermieden werden. Verschiedene Produkte, die für Spülungen der Scheiden verwendet werden, beeinträchtigen das Gleichgewicht der Vaginalflora oftmals. Dadurch kann die Ansiedlung der Bakterien wie Gardnerella begünstigt werden. Pflegeprodukte oder Präparate, die Laktobazillen (Milchsäurebakterien) enthalten, begünstigen den Wiederaufbau der Scheidenflora. Sie optimieren das Gewebe und lindern zudem Vaginalbeschwerden. Prebiotische Präparate können die körpereigenen Laktobazillen fördern und eine gesunde Flora somit herstellen. Auch der Intimbereich des Mannes kann Bakterien aufweisen, sodass wiederum die Verwendung von Kondomen sinnvoll ist, um sich davor zu schützen. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt ermöglichen es, Infektionen rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln. Auch die ph-Wert-Selbstmessung stellt eine optimale Methode der Prävention dar. Entsprechende Tests sind in der Apotheke erhältlich.

Fazit

Dies war alles Wissenswerte rund um die bakterielle Vaginose, welche Ursachen es gibt, mit welchen Symptomen sich die Scheideninfektion zeigt und welche Möglichkeiten der Behandlung und Vorbeugung es gibt.

      Kondom-Guru